FDP.Die Liberalen
Bezirkspartei Stadt Zürich
Bezirkspartei Stadt Zürich
14.09.2016

Fraktionserklärung der FDP Stadt Zürich zum Koch-Areal

„Unhaltbare Zustände im und ums Koch-Areal: Wie lange schaut der Stadtrat noch weg?“

Unserer Geschäftsstelle sind in jüngster Zeit verschiedene Zuschriften von Anwohnenden des Koch-Areals zugegangen. Diese zeugen von den unhaltbaren Zuständen, die vom Koch-Areal ausgehen. Das Koch-Areal befindet sich seit bald drei Jahren im Eigentum der Stadt. Sowohl aus Rücksicht auf die Anwohnenden, als auch der städtischen Steuerzahlenden ist der Stadtrat in der Pflicht, endlich entschieden zu handeln.

Damit klar wird, was wir meinen, wenn wir von unhaltbaren Zuständen sprechen, zitiere ich zuhanden des Gemeinderats und des heute anwesenden Finanzvorstehers, welcher die Eigentümerinteressen der Stadt Zürich gegenüber den Besetzern des Koch-Areals vertritt, aus einer dieser Zuschriften. Dabei mache ich eine Vorwarnung, dass hier auch normalerweise unparlamentarische Ausdrücke vorkommen. Das ist die Realität, mit denen sich die Anwohnenden konfrontiert sehen. Ich zitiere:

Während ich jetzt hier in meiner Wohnung sitze und diese Nachricht schreibe, wummert ein dumpfer Bass durch die kühle Septembernachtluft. Auf der Rautistrasse herrscht reges Treiben und Unruhe. Unsere Strasse dient derweil einmal mehr als öffentliches Urinal, da es überall Hecken, Büsche und dunkle Ecken hat, wo sich die Herren der Schöpfung (und manchmal auch Damen, die diese Bezeichnung gar nicht verdienen) hemmungslos erleichtern.

Das KOCH-Areal und der linke Stadtrat bestehen ja darauf, dass dieser „illegale“ Partybetrieb aufrechterhalten wird, ohne dass dafür die nötige Infrastruktur vorhanden wäre.
Die Oberschwätzer aus der Verwaltung fanden die Idee der Anwohner, die im Frühling unterbreitete wurde, das Problem mit Toi Tois zu lösen, zwar toll. Doch geschehen ist einmal mehr NICHTS!

Um unsere Häuser und Autos herum wird weiter geschifft und gekotzt, was das Zeug hält. Und Herr Wolff würde wohl einmal mehr die Ansicht vertreten, dass dies «moderne urbane Kultur» sei.

Es wäre eine schöne kühle Frühherbstnacht. Vor der Besetzung liess ich in solchen Nächten alle Fenster offen, um die herrliche Luft reinzulassen. Ich muss jetzt alles geschlossen halten. Aber die Wärme der Sonne staut sich in den Räumen. Die eigentliche Stille wird im 1/4 Takt durch das dumpfe Knurren des Basses irgendeiner stumpfsinnigen Musik durchbrochen und ich kann ihm nur „entfliehen“, in dem ich entweder auch woanders schlafen ginge oder alle Fenster zu mache (wie es alle anderen in den Häusern um mich rum mittlerweile tun).

Ich fühle mich gefangen in meiner eigenen Wohnung. Als ich vor einer Stunde meine Tochter zu ihrem externen Schlafplatz fuhr (sie muss morgen arbeiten), ekelte es mich einmal mehr regelrecht das Haus zu verlassen, denn man weiss nie, was man antrifft! Einer der gerade «auspackt» oder einer der auf dem Trottoir liegt und seinen Rausch ausschläft. Wir hatten schon alles hier. - Und dafür zahle ich Steuern.

Auch wenn ich die Einzige bin, die deswegen schreibt: wir brauchen wirklich dringend Hilfe!
Ich bin nicht mal mehr wütend, sondern nur noch verzweifelt.
Zitatende.

Die schreibende Person ist wie gesagt nicht die Einzige, die uns geschrieben hat. Das ist die Situation, mit der sich Anwohnende einer städtischen Liegenschaft konfrontiert sehen.
Für nächstes Wochenende sind auf verschiedenen Websites – auch einer internationalen – bereits wieder eine Party und ein Konzert ausgeschrieben. Wir fordern den Stadtrat auf, dem Treiben auf dem Kochareal umgehend ein Ende zu bereiten, und so das geltende Recht in dieser Stadt durchzusetzen, die Anwohnenden zu schützen und die Steuerzahlenden nicht länger zu unwilligen Komplizen dieser unhaltbaren Zustände zu machen.

Michael Schmid, Fraktionspräsident